Zöliakie



Zöliakie ist eine schwere Stoffwechselstörung ungeklärter Ursache, die meist im Kleinkindalter nach dem Beginn der Zufütterung von Getreideprodukten auftritt.

Für eine erbliche Komponente spricht die famliäre Häufung (10 bis 15 %). Jedes 600. bis 1.000. Neugeborene ist davon betroffen. In Deutschland gibt es etwa 80.000 eindeutig diagnostizierte Zöliakiefälle.

Bei der Krankheit handelt es sich um eine Schädigung der Dünndarmschleimhaut als Folge einer Überempfindlichkeitsreaktion auf das im Weizen-, Roggen-, Dinkel-, Hafer- und Gersteneiweiss (Kleber, Gluten) enthaltene Gliadin, einer Fraktion des Glutens. Eine heftige Immunreaktion zerstört die Darmzotten, die für die Aufnahme der Nahrungsbestandteile ins Blut zuständig sind.
Es kommt zu chronischen Durchfällen, aufgetriebenem Bauch und teils lebensbedrohlichen Wasser- und Elektrolyseverlusten. Es entstehen Enzymmangel und Resorptionsstörungen, Eiweiss- und Vitaminmangelsymtome, Eisenmangel usw.
Infolgedessen drohen schwere Entwicklungsstörungen (Unterernährung, Rachitis). Vor allem aufgrund der Schleimhautschädigung erhöht sich bei Zöliakiekranken - insbesondere bei Ernährungsfehlern - das Krebsrisiko um das 43fache (Deutsche Zöliakiegesellschaft).


Die Betroffenen in der Bundesrepublik Deutschland haben sich in der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft organisiert, die 1999 ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert hat.

Die Anschrift lautet
DZG - Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V.
Filderhauptstr. 61
70599 Stuttgart
Telefon: 0711/45 45 14
Telefax: 0711/45 67 817
Email: info@dzg-online.de

Die DZG gibt unter anderem jährlich eine aktualisierte Positiv-Liste von unbedenklichen Nahrungsmitteln und Medikamenten heraus, die zur Vermeidung von Ernährungsfehlern für die Betroffenen von äusserster Wichtigkeit ist, da die Inhaltsstoffe nicht immer deklariert werden, so daß z.B. schon die Angabe "modifizierte Stärke" auf dem Etikett ohne nähere Information nicht weiterhilft.

Nur, wenn die Verpackung das nachstehende Symbol aufweist, ist ein Blick in die Liste unnötig. Dieses Symbol ist ges. geschützt und wird weltweit zur Kennzeichnung glutenfreier Lebensmittel verwendet.



 
In Oesterreich hat sich eine Oesterreichische Arbeitsgemeinschaft Zöliakie gebildet, die auch eine eigene Homepage unterhält.

Weiterhin kann man sich bei der Schweizerischen Interessenvereinigung für Zöliakie informieren oder in den Niederlanden .

Die Familie Henning aus Berlin unterhält ein umfassendes Informationsforum zum Thema Zöliakie bzw. Sprue mit Informationen zu den Symptomen, der Diagnose und der Behandlung von Zöliakie, Tipps für den Alltag und die glutenfreie Ernährung sowie mit einer Kontaktbörse und Reiseberichten für Betroffene.

Mittlerweile sind auch die Hersteller glutenfreier Produkte im Internet zu finden, wie z. B.:
Zunehmend finden sich Freizeitangebote für Zöliakiebetroffene im Internet:
  • Hotel Weiss, I-39020 Partschins-Rabland in der Nähe von Meran. Dort waren wir in den Herbstferien 2006 zu Gast. Sämtliche Speisen werden glutenfrei angeboten, vom Frühstück mit verschiedenen Brotsorten über den Keks zum Cappuchino bis zum mehrgängigen und abwechslungsreichen Abendessen. Die deutschsprachigen Hoteliers sind supernett und die Landschaft und das Klima traumhaft.
    Unsere Weinempfehlung: Blauburgunder von der Kelterei Kurtatsch.
  • Güldenhof, Reiterpension an der Göhrde (Lühnebuger Heide)
  • Alpengasthof Peter Rosegger, A-8972 Ramsau am Dachstein
  • Klinik Bad Rippoldsau, 77776 Bad Rippoldsau

( 27.10.2006, wird fortgesetzt...)

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